Handgenähte Mund-​Nase-​Masken im Vergleich

Aktua­li­siert am 21. November 2020

Verschiedene Mund-Nase-Masken, einfärbig und bunt, übereinanderliegend

Hand­ge­nähte Community-​Masken können sich in ihrer Machart beträchtlich von­ein­ander unter­scheiden. Wie sinnvoll ist das Tragen von Behelfs-​Schutzmasken eigentlich?

Worauf Du beim Kauf einer Mund-​Nase-​Maske achten solltest!

Die Suche nach der opti­malen, hand­ge­nähten Mund-​Nase-​Maske ist eine knifflige Aufgabe! Es geht dabei um

In diesem Blog­beitrag gehe ich zuerst auf die ein­zelnen Aspekte des obigen Inhalts­ver­zeich­nisses ein. 

Im Résumé schlage ich Dir vor, was Du vor dem Kauf einer Stoff­maske bedenken solltest und berichte Dir, welche Art von Mund-​Nase-​Masken ich im VILU-​Shop anbiete.

Zum Nutzen von Mund-Nase-Masken

Bak­terien haben einen Durch­messer von bis zu einem Mikro­meter.
Viren besitzen eine Größe von 20 bis 300 Nano­meter und sind im Gegensatz zur den Bak­terien nur in einem Elek­tro­nen­mi­kroskop erkennbar.

Dass hand­ge­nähte Stoff­masken nahezu keinen Schutz vor Bak­terien und jeden­falls keine Schutz vor Viren anderer bieten, ist inzwi­schen auch Nicht­me­di­zinern bekannt!

Da aber im deutsch­spra­chigen Raum die maß­geb­lichen Poli­tiker die Tat­sache, dass sich durch das Tragen von All­tags­masken die beim eigenen Husten, Niesen und Sprechen ent­ste­henden grö­ßeren Atem- bzw. Speichel­tröpfchen weniger im umlie­genden Raum ver­teilen, sehr hoch bewerten, ist auf­grund der "Corona-​Krise" das Bedecken von Mund und Nase, sei es 

  • mit einem Mund-​Nasen-​Schutz (MNS) = chir­ur­gische OP-​Maske, also die Ein­wegs­masken, die man in Apo­theken, Dro­ge­rie­märkten etc. kaufen kann und inzwi­schen auch als neu­ar­tiger Stra­ßen­abfall zu finden sind 
  • einem Schal oder eben 
  • einer Stoff­maske

in bestimmten Bereichen des öffent­lichen Lebens wie in öffent­lichen Ver­kehrs­mitteln und Geschäften inzwi­schen Pflicht.


Aber: Obwohl ich in meinem VILU-​Shop auch All­tags­masken zum Verkauf anbiete, fühle ich mich eben ver­pflichtet zu betonen,

  1. dass die Barriere-​Fähigkeit sowohl der MNS-​Masken wie aller Mund-​Nasebedeckungen aus Stoff gegenüber Viren äußerst frag­würdig ist, obwohl unan­ge­nehmer Weise alle Masken (- einige mehr, andere weniger) das Atmen beeinträchtigen,
  2. dass es zum Thema "Mas­ke­tragen" inzwi­schen (- Stand Oktober 2020) viele Aus­sagen von Fach­leuten gibt, die die Sinn­haf­tigkeit regel­mäßig hin­ter­fragen! Exem­pla­risch ver­linke ich deshalb einen Youtube-​Beitrag des Bio­logen Clemens Arvay, der bereits Ende März 2020 mikro­bio­lo­gische Bedenken gegenüber der Mas­ken­pflicht geäußert hat!

Dies auch, weil ich, seine Infor­ma­tionen auf­greifend, im Laufe meines Blog­bei­trages eben­falls auf den Zusam­menhang zwi­schen dem Virus Sars-​Cov‑2 und Feuch­tigkeit zu "sprechen" kommen werde:

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Zurück zur Tat­sache, dass Mas­ke­tragen nun einmal in vielen Situa­tionen Pflicht geworden ist.

Meine Ein­stellung zum Tragen von Mund-​Nase-​Masken hat sich im Laufe der letzten Monaten ziemlich gewandelt – ich sehe es es jetzt so: "Wenn schon Masken, dann sollen sie zu mir /​ Dir und meinem /​ Deinem Outfit passen!

Tat­sächlich können sich umsichtig agie­rende Träger*innen von Mund-​Nase-​Masken weniger direkt ins Gesicht greifen. Auf den Händen mög­li­cher­weise befind­liche Mikro­or­ga­nismen haben dadurch weniger Chancen, in den Mund-​Nase-​Rachenraum zu gelangen.

Nachsatz: Dieser Vorteil kann sich aller­dings auch ins Gegenteil kehren, sobald Men­schen z. B. Masken tragen, die ihnen ständig von der Nase rut­schen und sie "nach­jus­tieren" müssen – siehe auch meinen Blog­beitrag "Hal­loween – 7 schaurige Gründe, warum mich manche All­tags­masken bzw. der schaurige Umgang mit ihnen das Gruseln lehren!".

Was die psy­cho­lo­gische Wirkung des Mas­ke­tragens anlangt, dass sie die Träger*innen ans Abstand­halten zu anderen Men­schen erinnert, ist wohl richtig, aber gleich­zeitig steht für mich die große Frage im Raum: 

Was richtet dieses Abstand­halten sowie die Tat­sache, dass durch das Tragen einer Maske die Mimik eines anderen Men­schen nicht mehr zu sehen ist, eigentlich mit uns auf Gemein­schaft aus­ge­legte Wesen an?

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Behelfsschutz soll tragbar sein

Aus welchem Material auch immer: Trägt man eine Mund-​Nase-​Maske, bekommt man weniger Luft! Man fühlt sich (zu Recht) ein­geengt durch den Stoff vor dem Mund! 

In der Tat ist Mund­schutz­tragen nicht wirklich angenehm, weshalb ich mir als Näherin natürlich Gedanken mache 

  • über die ver­schie­denen zur Ver­fügung ste­henden Stoff­qua­li­täten sowie 
  • über die Anzahl von Stoff­lagen einer Gesichtsmaske – 
  • und in welchen Kom­bi­na­tionen All­tags­masken auch wirklich all­tags­tauglich sind, indem über längere Zeit aus­rei­chend Luft genommen werden kann!

Wie gut man atem­tech­nisch hinter einer Mund-​Nase-​Maske zurecht kommt, hängt zusätzlich sicher auch von der eigenen Kon­sti­tution ab.

Manchen, wie z. B. meinem als Lehrer tätigen Sohn Florian, gelingt es sogar, mit einer 2‑lagigen Stoff­maske und (!) einem im 3D-​Drucker her­ge­stellten "Face­Shield", also einem Kunst­stoff­visier, zu "über­leben":

lehrer mit maske und schutzschild

Face­Shield aus 3D gedrucktem Rahmen, Gum­miband und Over­head­folie.
Auf­grund der Leicht(est)bauweise kommt es auf ins­gesamt 35g.
Diese Visiere kamen ab Mai 2020 im BORG (Bund-​Oberstufen-​Realgymnasium)
in Gun­tramsdorf, Nie­der­ös­ter­reich, zum Einsatz.

Auch diese Face­Shields sind, so wie die gewöhn­lichen Stoff­masken, kein geprüfter medi­zi­ni­scher Schutz, aber den Nutzern ver­mitteln sie in der Krise zumindest etwas Sicherheit. 

Wie auch immer – nie wurde mir mehr bewusst:

WERTSCHÄTZE jeden ATEMZUG

1. Die Bestandteile handgenähter Gesichtsbedeckungen 

1.1 Stoffe für textile Alltagsmasken

Fadendichte sowie Gewicht von Textilien und ihre Bedeutung für Behelfs-Schutzmasken

Über die Dis­ser­tation "Cha­rak­te­ri­sierung, Model­lierung und Opti­mierung der Bar­rie­re­ei­gen­schaften von OP-​Textilien" von Dipl.-Ing. Dili­baier Aibibu wurde mir klar, dass das Gewicht eines Stoffes nichts über seine Dichte aussagt! 

Und dass viele ver­schiedene Fak­toren dafür ver­ant­wortlich sind, inwieweit Par­tikeln in der Luft durch ein Gewebe dringen können, z. B.:

  1. Die Dichte des Stoffes, also die Anzahl der Fäden pro cm2:
    - Je mehr Fäden bei einem Stoff waag­recht und senk­recht durch einen cm2 laufen, umso dichter ist ein Stoff.
    - Dich­terer Stoff bedeutet auch dünnere Fäden.
    - Je dünner die Fäden, umso kleiner sind auch die Lücken zwi­schen den Fäden, die Par­tikeln durch­lassen können.
    - Außerdem ergeben mehr Fäden pro cm2 auch eine größere Ober­fläche, die Par­tikeln absor­bieren kann, sodass die Bar­riere des Gewebes mit fei­neren Fäden effek­tiver ist.
  2. Nach welcher Methode die Fäden über­ein­ander gewebt sind, wodurch ver­schieden große Frei­räume zwi­schen den gekreuzten Fäden vor­handen sind (- z. B. Köper­bindung und Lein­wand­bindung, bei hoch­tech­no­lo­gi­schen Mate­rialien gibt es aber noch viele andere Arten!)
  3. Die Ober­flä­chen­be­schaf­fenheit der Fäden.
  4. Luft­ein­schlüsse: Zusätzlich hat auch das Faktum, ob Gewebe mehr oder weniger Luft­ein­schlüsse beinhaltet, einen Ein­fluss auf den Bar­rie­re­effekt eines Gewebes.

Es ist schon fas­zi­nierend, wie viele Aspekte bei der Beur­teilung eines Gewebes eine Rolle spielen. Syn­the­tische Gewebe und ihre Nutzung im Medi­zin­be­reich sind ein groß­ar­tiges Bei­spiel, wofür die heutige Hoch­tech­no­logie gut sein kann!

Auf Baum­woll­gewebe, das von nicht­me­di­zi­ni­schen Per­sonen gerne getragen wird, ziehe ich aus der oben genannten Dis­ser­tation nun den hypo­the­ti­schen Schluss, dass Baum­woll­satin mit seinem relativ geringen Gewicht und seiner hoher Faden­dichte ten­den­tiell ein bevor­zugtes Material dar­stellen könnte!

Unterscheide: Bakterien, Viren in Form von Aerosolen und in größeren Tröpfchen eingeschlossene Viren

Bak­terien sind ca. 1000 nm (Nano­meter), das ist um die 1 µm groß.
Viren sind sehr viel kleiner, nämlich zwi­schen 0,02 – 0,3 µm groß.
Das Coro­na­virus gehört mit seinen ca. 0,12 µm zu den grö­ßeren Exemplaren!

Aller­dings: Im Ver­hältnis zur Größe von Bak­terien und Viren haben – allen vor­he­rigen Betrach­tungen zu Stoff­qua­li­täten zum Trotz – weder Stoff­masken noch MNS-​Masken (durch­lässig bis zu einer Par­ti­kel­größe von 3,1 µm) die Mög­lichkeit, diese als reine Par­tikel (Aerosole) abzuwehren!!! 

Quelle: https://​www​.lun​gen​in​for​ma​ti​ons​dienst​.de/​a​k​t​u​e​l​l​e​s​/​s​c​h​w​e​r​p​u​n​k​t​t​h​e​m​e​n​/​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​-​2​0​1​9​/​a​t​e​m​m​a​s​k​e​n​-​u​n​d​-​d​a​s​-​n​e​u​a​r​t​i​g​e​-​c​o​r​o​n​a​v​i​r​u​s​/​i​n​dex.html (abge­rufen am 03.11.2020).

Für Masken aller FFP Schutz­klassen gilt, dass in der Luft befind­liche Par­tikel ab einer Größe von 0,6 µm auf­ge­fangen werden können – auch diese sind also gegenüber den reinen Coro­na­viren in Form von Aero­solen "machtlos".

Die ver­schie­denen Schutz­klassen unter­scheiden sich dabei nur durch den Pro­zentsatz an abge­wehrten Partikeln:

  • FFP1: 80% der in der Luft befind­lichen Par­tikel werden aufgefangen
  • FFP2: 94 % der in der Luft befind­lichen Par­tikel werden aufgefangen
  • FFP3: 99% der in der Luft befind­lichen Par­tikel werden aufgefangen

Die gute Nach­richt: Coro­na­viren werden nach heu­tigem Wis­sens­stand haupt­sächlich durch Tröpf­chen­in­fektion über­tragen! Die Viruspar­tikel fliegen also nicht ver­einzelt durch die Luft, sondern sind in grö­ßeren Tröpfchen ein­ge­schlossen!

Insofern ist also allen Masken die Chance ein­zu­räumen, solch größere Tröpfchen je nach Machart weniger (Stoff- und MNS-​Masken) oder mehr (FFP-​Masken) abhalten können .

Was aber hilft die dich­teste Behelfs-​Schutzmaske, wenn man so wenig Luft dar­unter bekommt, dass man sie so wenig wie möglich trägt bzw. bei­spiels­weise ständig auf- und absetzt (- siehe Handling -) und dadurch der Gefahr Vor­schub leistet, dass die unge­liebten Viren über die Hände erst recht in den eigenen Körper gelangen?

Siehe dazu weiter unten meine Aus­füh­rungen unter 2. Anzahl der Stoff­lagen und 3. Maskengröße.

1.2. Nasenbügel

Von Vorteil sind Mund-​Nase-​Masken mit ein­ge­scho­benen oder ein­ge­nähten Nasen­bügeln für alle Benutzer, ins­besondere aber für Brillenträger*innen!

ein nasenbuegel alu in kunststoff
Nasen­bügel mit Alu in Kunststoff

Die Nasen­bügel können dem Nasen­rücken ange­passt werden, wodurch die Masken im Nasen­be­reich besonders gut abschließen und so das Beschlagen von Bril­len­gläsern mini­miert wird. 

1.3. Gummibänder vs. Stoffbänder

Gum­mi­ma­te­rialien können All­ergien aus­lösen, wobei kei­neswegs alle Reak­tionen auf Latex zurück­zu­führen sind. 

Beim Einkauf von Gum­mi­ma­te­rialien erhalte ich, wie ver­mutlich alle Einkäufer*innen, Infor­ma­tionen wie "Poly­ester Gum­miband", "Polyesterkautschuk-​Gummiband" und "Poly­ester und Natur­la­tex­kau­tschuk", ohne diese Angaben über­prüfen zu können.

Bei Unver­träg­lich­keiten gegenüber allen Gum­mi­ma­te­rialien solltest Du Dich daher für Modelle mit Stoff­bändern entscheiden!

2. Anzahl der Stofflagen

Im Internet sind unzählbar viele Anlei­tungen zur Her­stellung von Behelfs-​Schutzmasken zu finden.

Auf­fallend dabei: Die über­wie­gende Zahl an Anlei­tungen bezieht sich auf 2‑lagige Modelle.

Das ist sicher gut gemeint in dem Sinne, dass 2 Stoff­lagen eine größere Bar­riere zwi­schen Träger und Außenwelt auf­zu­bauen imstande sind als eine einzige Stofflage.

3 Gedanken möchte ich dem trotzdem entgegenstellen:

  1. Dop­pel­lagige Modelle sind sogar im relativ nörd­lichen Deutschland an heißen Som­mer­tagen für viele Men­schen untragbar, weil sie trotz so manchem groß auf­ge­machtem Pro­duktslogan wie "atmungs­aktiv" nicht genug Luft zum Atmen lassen.
  2. Zwei­lagige Modelle dürfen jeden­falls ja nicht aus zu dicken Stoffen ange­fertigt werden, da dadurch die Ent­stehung eines feuchten Mikro­klimas nicht mehr zu ver­meiden ist!
  3. Wählt man für die Her­stellung 1‑lagiger Stoff­masken einen eher dichten, also viel­fä­digen Stoff bzw. haben die Fäden des Stoffes eine raue Ober­fläche, bleiben zwi­schen den Fäden wenigstens nur relativ kleine Löcher bzw. ergibt die unre­gel­mäßige Ober­fläche der Fäden zusätz­lichen Raum, um in Tröpfchen ein­ge­bundene Viren andocken (- und an Ort und Stelle hof­fentlich abtrocknen -) zu lassen.

    Deshalb kann es bei ent­spre­chender Stoffwahl wohl auch möglich sein, dass auch eine 1‑lagige Maske über eine aus­rei­chende Dich­tigkeit verfügt.

    Und während sich zwi­schen den zwei Lagen einer dop­pel­la­gigen Gesichts­maske durchaus ein ganz großer Hitze- und Feuch­tig­keitsstau bilden kann, ist dies hinter einer 1‑lagigen Com­mu­ni­ty­maske eher vermeidbar!

Ich bin weder Wis­sen­schaft­lerin noch Medi­zi­nerin, doch vermute ich, dass man nur ver­suchen kann, einen guten Kom­promiss zwi­schen der Bar­rie­re­fä­higkeit einer All­tags­maske und ihrer Trag­barkeit zu finden!

Bis 27. April 2020 habe ich weder im Netz, in den sozialen Medien noch in den Print­medien Erör­te­rungen zur All­tags­taug­lichkeit von Stoff­masken gefunden! 

Am 28. April 2020, nach dem 1. Tag der Mas­ken­pflicht in Geschäften, las ich dann doch auch, dass Verkäufer*innen über zu wenig Luft hinter ihren Mund­be­de­ckungen klagten und dass das kör­per­liche Arbeiten mit den Masken nur schwer möglich sei:

Ich muss ständig Pause machen, um mal richtig Luft zu holen.

Ver­käu­ferin in einer Bäckerei

Acht Stunden am Stück durch die Maske zu atmen, ist nicht möglich.

Rewe-​Marktleiter

Kör­per­liche Arbeit ist mit Maske nicht zu schaffen.

Blu­men­händ­lerin

Alle Zitate aus den Ruhr­nach­richten, Dort­munder Zeitung (28. 04. 2020)

Über die Website der "Arbei­ter­wohl­fahrt Bezirk West­liches West­falen e.V. "(AWO) fand ich bereits vor einigen Wochen einen Schnitt für 1‑lagige Masken. Dieser ermu­tigte mich schon zu einem frühen Zeit­punkt anzu­nehmen, dass doch nicht nur ich alleine der Trag­barkeit von Mund-​Nase-​Masken einen hohen Stellenwert einräume!

Bei VILU findest du daher neben einem klas­si­schen 2‑lagigen Mas­ken­modell nur noch 1‑lagige Alltagsmasken!

3. Maskengröße

Auf der Website der Uni­ver­sität der Bun­deswehr München findet sich der Bericht "Strö­mungs­ana­lysen zur SARS-​CoV‑2 Schutz­mas­ken­de­batte".

Ich beziehe mich auf die über­ar­beitet Version vom 11.04.2020, die ich am 21.11.2020 hierher ver­linkt habe. 

Die beiden Ver­fasser, Univ.-Prof. Dr. rer. nat. habil. Christian J. Kähler und Dr. Ing. Rainer Hain gehören beide dem Institut für Strö­mungs­me­chanik und Aero­dy­namik der oben genannten Uni­ver­sität der an. 

Von Univ.-Prof. Dr. Kähler, dem Insti­tuts­leiter, finden sich auch einige inter­es­sante Bei­träge über Schutz­masken auf Youtube.

Im oben ver­linkten Abschluss­be­richt zu den Strö­mungs­ana­lysen wird auf Seite 20 auch zur rich­tigen Mas­ken­größe kommentiert:

"… muss die Größe der Maske richtig dimen­sio­niert sein. 

Berück­sichtigt man nur den Mate­ri­al­einsatz, dann würde man eine Mini­mal­lösung anstreben, um aus dem ver­füg­baren Material mög­lichst viele Masken fer­tigen zu können. 

Die kom­mer­zi­ellen Masken sind aber recht volu­minös gestaltet und das hat einen guten Grund. 

Die Lunge benötigt ohne kör­per­liche Belastung pro Atemzug ca. 0,5 ‑0,75 Liter Luft. Beim Sport oder Nies­vorgang erhöht sich das Volumen pro Atemzug natürlich deutlich und auch das Tragen einer Maske führt dazu, dass ten­den­ziell etwas mehr Luft ein­ge­atmet wird. Dieses Volumen muss das Fil­ter­ma­terial durch­strömen.

Je kleiner die Fläche des Filters ist, desto schneller muss die Luft während eines Atemzugs durch den Filter strömen. 

Nun ist es aber so, dass der Strö­mungs­wi­der­stand, der beim Ein-​und Aus­atmen direkt gespürt wird, mit dem Quadrat der Geschwin­digkeit Zuströmung zunimmt. 

Das heißt: Wenn die Fläche der Maske hal­biert wird, dann ver­doppelt sich die Strö­mungs­ge­schwin­digkeit und folglich ver­vier­facht sich der Strömungswiderstand. 

Da es umso ein­facher ist durch die Maske zu atmen, je kleiner der Strö­mungs­wi­der­stand des Fil­ter­ma­te­rials ist, sollte die Fläche der Maske hin­rei­chend groß aus­ge­führt werden. 

Wer bereits ohne Maske schlecht Luft bekommt sollte nicht am Material sparen."

Zitat aus: Strö­mungs­ana­lysen zur SARS-​CoV‑S Schutz­mas­ken­de­batte, Seite 20, Uni­ver­sität der Bun­deswehr München, abge­rufen am 21.11.2020.

Deshalb auch mein Rat an alle Leser*innen dieses Blog­bei­trags, lieber etwas größere Masken zu tragen als ganz kleine, die viel­leicht noch mehr Chic haben, aber das Leben zusätzlich erschweren!

Handling

Anlegen und Ablegen von Gesichtsmasken

Der richtige Umgang mit den Mund-​Nase-​Bedeckungen ist wichtig, um einen größt­mög­lichen Schutz für die Mit­men­schen ohne zusätz­liche Risiken für die Träger*innen selbst zu erreichen:

  • Unterwegs schwer möglich, aber optimal wäre, nach dem Ablegen einer Mund-​Nase-​Maske die Hände immer min­destens 30 Sekunden gründlich mit Seife zu waschen.
  • Nimm Dir beim Anlegen der Maske die Zeit, den Nasen­bügel Deiner Nase optimal anzu­passen, damit zu später nicht ständig das Bedürfnis hast, den Sitz des Behelfs­schutzes zu kor­ri­gieren und Du die Maske dadurch immer wieder anfasst!
  • Wichtig ist, dass die Maske nicht feucht wird, da Feuch­tigkeit Mikro­or­ga­nismen aktiv hält, während Viren auf tro­ckenen Ober­flächen aus­trocknen und dadurch inaktiv werden.

    (Mein per­sön­licher Rat lautet deshalb, All­tags­masken nur dann zu tragen, wenn es wirklich nötig ist, also soweit gesetzlich vor­ge­schrieben und in allen Situa­tionen, in denen es der eigenen Ein­schätzung nach zusätzlich sinnvoll erscheint!)

Das ist auch der Grund, warum ich (!) für warme oder heiße Tage bzw. bei kör­perlich schweren Arbeiten eine 1‑lagige Maske als die Sinn­vollere betrachte! 

Und ich stimme deshalb nicht unbe­dingt mit der oft zu lesenden Emp­fehlung überein, dass man Gesichts­masken mög­lichst ganz anliegend tragen sollte. 

Bei Masken, die man mittels Gummis oder Stoff­bändern am Hin­terkopf bzw. im Nacken befestigt, kann man durch eine lockerere Jus­tierung des unteren Bandes eine Luft­zir­ku­lation von unten ermög­lichen, ver­mutlich, ohne dass sich deshalb Unmengen von Viren gleich im ganzen Raum verteilen …

  • Nimmst Du den Gesichts­schutz Zuhause ab, lege ihn am besten sofort in den Kochtopf und ver­schließe diesen mit einem Deckel. So kannst Du auch mehrere Masken sammeln, um sie dann alle gemeinsam auszukochen.

Masken-​Reinigung

In den meisten Berichten findest Du die Infor­mation, dass Du Mund-​Nase-​Masken mit min­destens 60° Celsius, besser noch mit 95° Celsius waschen sollst!

Besonders in Kom­bi­nation mit hohen Tem­pe­ra­turen stehen die Chancen nämlich gut, dass die Virus­ober­flächen beschädigt und das Virus dadurch deak­ti­viert wird.

In den wenigsten Pri­vat­haus­halten wird täglich 95°-Wäsche (Koch­wäsche) gewa­schen. Aus diesem Grund, aber sowieso auch, um Energie zu sparen, emp­fiehlt es sich, die über einen Tag hin pro Haushalt gesam­melten Stoff­masken 5 Minuten im Kochtopf auszukochen!

Leider werden sowohl online als auch offline Masken ange­boten, deren Wasch­an­leitung 60° Celsius – Wäsche vorschreibt.

Kaufe besser textile Mund-​Nase-​Masken, die aus­kochbar sind! Du bist dann auch nicht von einer Wasch­ma­schine und deren Füll­menge abhängig, sondern kannst die Stoff­masken am Herd im Kochtopf reinigen! 

Zusätzlich werden oft bleich­haltige Voll­wasch­mittel empfohlen!

Bei den aktuell gefähr­lichen Coro­na­viren handelt es sich um behüllte Viren, deren Erbgut mit einer Fett­schicht über­zogen ist. 

Neben anderen Stoffen ent­halten auch alle (!) Seifen und Wasch­mittel fett­lö­sende Sub­stanzen (Tenside), die diese Fett­schicht angreifen und so die Ober­flächen der Coro­na­viren (Sars-​CoV‑2) zer­stören können. 

In diesem Sinne ist es meiner Logik nach nicht nötig, Stoff­masken bleich­hal­tigen Voll­wasch­mitteln aus­zu­setzen! Vielmehr reicht die Zugabe von Fein­wasch­mittel völlig aus.

Gibst Du beim Rei­nigen Deiner Gesichts­masken dem Koch­wasser nicht mehr als 1 Mes­ser­spitze Fein- oder Bunt­wasch­mittel zu, schonst Du im Übrigen nicht nur den Stoff Deines Behelfs­schutzes, sondern auch die Nasenbügel!

Besonders wichtig natürlich für Allergiker*innen: Nach dem Aus­kochen der Masken diese noch gründlich aus­spülen, um alle Wasch­mit­tel­rück­stände zu entfernen!

Wenn Du nach dem Waschen und Trocknen die Masken auch noch heiß bügelst, hast Du ver­mutlich alles getan, was Dir als Laie /​ Lai*in möglich ist, um den Viren den Garaus zu bereiten.

Haltbarkeit

Gegenüber Wegwerf-​Masken haben alle hand­ge­nähten Behelfs­schutze den umwelt­freund­lichen Vorteil, dass sie über sehr, sehr lange Zeit immer wieder gereinigt und ver­wendet werden können.

Wie lange tat­sächlich, hängt natürlich auch sehr von der gewählten Stoff­qua­lität ab. 

Die meisten von uns haben wohl die Erfahrung gemacht, dass man Bett­wäsche (- und Stoff­masken bestehen aus dem gleichen oder einem sehr ähn­lichen Stoff -) jah­relang immer wieder waschen und benutzen kann, ohne das sie kaputt wird.

Mit der Zeit sieht man ihr dann zwar den "Charme des Alterns" an, aber unbrauchbar ist sie deshalb noch lange nicht geworden!

Was sich aller­dings mit der Zeit abnutzt: die Gummis!

Deshalb ist es durchaus von Vorteil, dass man, wenn man sich für Gesichts­masken mit Gummi­bändern ent­scheidet, ein Modell wählt, bei dem die elas­ti­schen Bänder aus­ge­tauscht werden können!

Design

Zwei typische Maskenformen

1. Masken in Kuvertform (rechteckig)

Maske mit katze
maske fledermaeuse

2. Geformte Masken (gerundet)

Dunkelgraue, oben und unten gerundete Alltagsmaske mit Gummiband für um die Ohren

Beide Masken-​Typen gibt es übrigens auch noch in der Variation, dass man zusätzlich einen Filter in die Maske ein­schieben kann.

Befestigung

Bei beiden oben genannten Design­va­ri­anten zeigen die Fotos die Mög­lichkeit, die Stoff­masken mittels Gummi­bändern um die Ohren zu befestigen.

All­tags­masken lassen sich aber auch so nähen, wie Du es derzeit bei allen Masken im VILU-​Shop findest: Hand­ge­nähte Stoff­bänder bzw. alter­nativ Gum­mi­bänder führen um den gesamten Kopf herum:

Maskengrößen

Selbst­ver­ständlich sind auch bei den Masken in Kuvertform unter­schied­liche Größen für Kinder und Erwachsene nötig.

Bei geformten Masken müssen aber mehr ver­schiedene Größen ange­boten werden, damit auch wirklich für jede Kopf­größe eine pas­sende Stoff­maske zur Ver­fügung steht!

Wie lange dauert die Herstellung einer Alltagsmaske?

Je nach Modell, Genau­igkeit in der Aus­führung und welche Stückzahl eines Schnittes direkt hin­ter­ein­ander ange­fertigt werden, dauert die Her­stellung einer Mund-​Nase-​Maske bei Nähe­rinnen, die alle Arbeits­schritte vom Zuschneiden an hän­disch durch­führen, zwi­schen 15 Minuten und 2 Stunden!

Fairer Preis für handgenähte Mund-​Nase-​Masken in Einzelanfertigungen und Kleinstserien

Der Preis einer Mund-​Nase-​Maske richtet sich einer­seits natürlich nach der Machart der jewei­ligen Maske, ande­rer­seits sind neben dem Zeit­aufwand, der auch vom Per­fek­ti­ons­an­spruch der Pro­du­zentin an ihr nähe­ri­sches Resultat abhängt, die Qua­lität des ver­wen­deten Mate­rials und das Stoff­design wichtige Kostenfaktoren.

Ins­besondere Solopreneur*innen sind meistens aus Kos­ten­gründen nicht in der Lage, Mate­rialien in großen Mengen anzu­kaufen. Auch deshalb können die End­preise von hand­ge­fer­tigten Pro­dukten mit Mas­sen­an­ge­boten preislich nicht mithalten.

Ent­scheidest Du Dich für ein Produkt aus einer kleinen Werk­statt, solltest Du im Bewusstsein, ein kleines Label, den Klein­handel vor Ort bzw. im eigenen Land zu unter­stützen, gerne einen ange­mes­senen Preis bezahlen wollen!

Meist bist Du dann auch mit einer Gesichts­maske unterwegs, die Dir nicht an jeder Ecke ent­gegen kommt! 

Résumé

Was Du vor dem Kauf einer Stoffmaske bedenken solltest:

Wer Online eine Behelfs-​Schutzmaske kaufen möchte, kann diese vorab selbst­ver­ständlich nicht anpro­bieren. Aber auch Offline ist dies wegen der Anste­ckungs­gefahr leider kaum möglich.

Umso wich­tiger ist es, dass Du Dir über­legst, welche Vor­aus­set­zungen eine Alltags-​Maske für Dich (!) erfüllen soll, zusätzlich zum Design:

  • Stoff: 100% Baum­wolle /​ Natur­ma­te­rialien?
  • 60°-Wäsche oder aus­kochbar (95°-Wäsche bzw. !00°C beim Aus­kochen im Kochtopf)?
  • Wie wichtig ist es Dir, der Koch­wäsche Voll­wasch­mittel hinzuzufügen?
  • Maske 1- oder 2‑lagig?
  • Sind Dir die genauen Infor­ma­tionen zu Gewicht und Dichte eines Mas­ken­stoffes wichtig und, falls ja, bekannt?
  • Soll ein zusätz­licher Filter ein­ge­schoben werden können?
  • Stoff­bänder oder elas­tische Bänder?
  • Falls elas­tische Bänder: Für eine Befes­tigung am Hin­terkopf bzw. im Nacken oder an den Ohren?
  • Falls elas­tische Bänder: Sollen diese aus­tauschbar sein?
  • Soll deine Maske über einen Nasen­bügel verfügen?
  • Soll der Nasen­bügel aus­tauschbar sein?
  • Kuvertform oder geformte Maske?
  • Wie wichtig ist für Dich ein geringer Preis?
  • Möchtest Du ein Design, das in geringer Stückzahl her­ge­stellt wurde?
  • Wie wichtig sind Dir hoch­wertige Mate­rialien, lange Halt­barkeit, schöne Ver­ar­beitung und faire Entlohnung? 

In eigener Sache

Folgende Stoffmasken findest Du im VILU-​Shop:

Die von VILU für die Her­stellung von All­tags­masken ver­wen­deten Stoffe bestehen immer zu 100% aus Natur­fasern. Das Material ist lang­lebig und auskochbar.

Alle All­tags­masken haben einen Nasen­bügel und sind ent­weder mit Stoff- oder mit aus­wech­sel­baren Gummi­bändern ausgestattet!

Bei allen Modellen kannst Du außerdem zwi­schen der Befes­tigung an den Ohren bzw. am Hin­terkopf wählen.

Möchtest Du mir von Deinen Erfah­rungen im Umgang mit den Community-​Masken berichten? Schreibe gerne einen Kommentar!

3 Gedanken zu “Handgenähte Mund-​Nase-​Masken im Vergleich

  • Avatar
    2. Mai 2020 um 11:12
    Permalink

    Wenn man Stoff­masken längere Zeit trägt, reibt es nicht nur hinter den Ohren – auch die Spannung wird sehr unangenehm.

    Wir haben dazu einen Ohren­schoner aus Silikon her­ge­stellt, der nicht nur das Tragen sehr angenehm macht, sondern auch die Größen anpasst und das schnelle An – und Aus­ziehen ermöglicht.

    (Wenn Du möchtest, schicken wir Dir gerne auch ein kos­ten­loses Muster zu, lieber Autor bzw. liebe Autorin)
    https://​www​.dsgnmask​.com/​g​e​s​i​c​h​t​s​m​a​s​k​e​/​o​h​r​e​n​s​c​h​o​n​e​r​-​g​e​s​i​c​h​t​s​m​a​s​k​e​-​schwarz/

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    • Marie Wolf
      2. Mai 2020 um 12:49
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      Hi Tina,

      ganz herz­lichen Dank für Deinen Link zu den Ohren­schonern aus Silikon! Der Tipp mag sich nämlich für die Leser*innen meines Blog­bei­trages als durchaus hilf­reich erweisen, sofern sie nämlich schon Gesichts­masken mit Befes­ti­gungen um die Ohren besitzen und dies als unan­genehm erleben!

      Aus den von Dir genannten Gründen biete ich im VILU-​Shop die Community-​Masken auch mit Gummi- oder Stoff­bändern zur Befes­tigung am Hin­terkopf an! Der Hin­terkopf ist wesentlich unemp­find­licher als die Ohren und um den ganzen Kopf herum teilt sich die Spannung auch über eine viel grö­ßeren Länge auf​.Je nachdem, wo die Enden zusam­men­ge­knotet werden, legt sich der Gummi oder das Stoffband zudem fester oder lockerer um den Kopf. 

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  • Avatar
    18. November 2020 um 19:09
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    Vielen Dank für den so umfang­reichen Beitrag (mit ent­spre­chenden Hin­weisen auf Aktua­lität der Erkennt­nis­stände). Tat­sache ist halt, dass man die Maske tragen muss, wenn sie Pflicht ist und da finde ich per­sönlich Stoff­masken wesentlich ange­nehmer als die Ein­weg­masken. Öko­lo­gi­scher sind sie auch.

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